Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena

Vielleicht hat Maria Magdalena ja ähnlich ausgesehen wie diese junge Frau aus Israel. (c) Or Hakim/Unsplash
Vielleicht hat Maria Magdalena ja ähnlich ausgesehen wie diese junge Frau aus Israel.
Datum:
Fr. 19. Juli 2024
Von:
Stabsabteilung Kommunikation

22. Juli – das ist der Gedenktag der heiligen Maria Magdalena. Schon in der frühen Kirche wurde sie "Apostelin der Apostel genannt, seit 2016 ist sie liturgisch den männlichen Aposteln gleichgestellt.

In den Jahrhunderten dazwischen gab aber viele Missverständnisse über diese Frau.

Sie ist eine der bekanntesten Frauen im Neuen Testament – mit unterschiedlichen Darstellungen. Als Maria von Magdala ist sie in allen vier Evangelien zu finden.

Bei Lukas ist sie eine der Frauen, die Jesus "von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte". Sie war eine treue Anhängerin und sorgte, gemeinsam mit anderen vermögenden Frauen, für den Lebensunterhalt Jesu und seiner Jünger. Ohne sie wäre es für die Gruppe um den Wanderprediger vermutlich schwierig geworden.

In allen Evangelien ist sie Teil der Frauengruppe, die beim Sterben Jesu dabei ist, seinen Weg bis zuletzt mitgeht. Und sie ist immer bei den ersten am leeren Grab. Im Johannesevangelium ist sie als einzige dort und berichtet dann Petrus und Johannes davon.Als die beiden wieder weg sind, ist sie die einzige, die dem auferstandenen Christus begegnet und von ihm mit Namen angesprochen wird.

Für die Kirchenväter Hippolyt, Augustinus, Johannes Chrysostomos und Cyrill von Alexandrien war sie die erste Osterbotin. Hieronymus (347-420) schließlich bezeichnete sie – und die anderen Frauen am leeren Grab – als "Apostelinnen der Apostel".

Im frühen Mittelalter begann eine Umdeutung ihrer Person. Papst Gregor der Große (590-604) verfasste Magdalenenpredigten: Darin verschmilzt die Figur Maria aus Magdala mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße salbt, und mit der Figur der Maria von Betanien, der Schwester von Marta und Lazarus.

In der westlichen Kirche trat neben das Bild der Osterbotin das Bild der Sünderin. Und dieses wurde immer weiter ausgeschmückt; sie wurde zur ehemaligen Sexarbeiterin. Das wird auch in vielen Darstellungen Maria Magdalenas in der Kunst deutlich.

Die Wirkung, die dieses verfälschte Bild entwickelte, war groß. Die "Heime für gefallene Mädchen" wurden nach ihr benannt. In Deuschland waren es die Magdalenenheime, in Irland die Magdalene Laundries.

Erst durch die historisch-kritische Exegese im frühen 20. Jahrhundert änderte sich diese Sichtweise. Dabei spielten auch antike Texte eine Rolle, die seit Ende des 19. Jahrhunderts gefunden wurden: frühe Schriften aus dem 2. und 3. Jahrhundert, die keine Aufnahme in die Bibel gefunden haben. Eine davon trägt ihren Namen: das "Evangelium von Maria". In diesen Schriften wird berichtet, dass sie eine wichtige Jüngerin war – und eine Frau, die mit Jesus eine tiefe geistige Beziehung verband. Doch erst 1969 wurde sie in einem liturgischen Kalender nicht mehr mit der Büßerin oder Sünderin gleichgesetzt.

Impuls:

Maria Magdalena

So viele Schwestern schon vor uns
mit Jesus unterwegs
Zeuginnen der Auferstehung
Erstverkünderinnen
Apostelinnen
Diakoninnen
Prophetinnen
Christinnen
mutig, klug und stark
dann bedeutungslos geredet
manche unsichtbar gemacht

Manchmal taucht eine wieder auf
aus dem Nebel der Geschichte
wird gleichgestellt
und anerkannt
Maria von Magdala
13. Apostelin
Apostelin der Apostel

Am 22. Juli feiern wir dich, Schwester
und mit dir alle Schwestern
die unsichtbar sind
die vergessen wurden
die verletzt wurden
die laut eintreten für Gerechtigkeit
die Jesusnachfolge leben

Eindeutig ist die 13 eine Glückszahl
mit einer winzig kleinen Hoffnung
auf Wandel

Yasmin Raimundo Ochoa
Geistliche Leiterin des kfd Diözesanverbands Aachen